Der Đông-Du-Traum

Vietnamesisch

Nordkoreas Staatschef Kim Jong-un hält mit seinen Rakententests die Welt in Atem. Deutschland kritisierte den „völkerrechtswidrigen Kurs Nordkoreas in aller Schärfe“. USA kündigte an, den Druck auf Pjöngjang weiter zu erhöhen – was es auch immer zu bedeuten mag. Das einzige Land, wo sich wirklick was tut, ist Japan: Schulkinder üben Evakuierung für den Ernstfall.

Mit dieser Einleitung könnte man meinen, dass ich ein Japan-Fan bin. Eigentlich mag ich wie die meisten Ostasiaten Japan nicht sehr, vielleicht lag es nur an meinem Minderwertigkeitskomplex gegenüber das Land der aufgehenden Sonne. Aber ich  bewundere die Liebe der Japaner zu ihrem Land, die ihnen half, aus den Ruinen von Hiroshima zur wirtschaftlichen Weltmacht aufzusteigen. Was ich in diesem Blog vostellen wollte, ist die japanische Sprachschule „Đông-Du“ in Saigon, auf Deutsch „Reise nach Fernost“.

Oh, ich habe nicht die Absicht, den Leser das Erlernen der japanischen Sprache zu ermuntern. Vielmehr möchte ich das Model der Förderung von Schülern und Schülerinnen aus armen Verhältnissen erläutern, das von dem Schuldirektor Nguyễn Đức Hòe ins Leben gerufen wurde. Er selbst hat in Japan studiert und den Master of Science an der Universität Tokio im Jahre 1967 erworben. Bereits während seiner Studienzeit gründete eine Art Studentenfond, um in Not geratene studierende Landsleuten zu helfen. Nach dem Studium, zurück in seinem Heimatland und geimpft mit dem Đông-Du-Gedanken: Mit den im Ausland gebildeten Samen, die Früchte im Heimatland zu ziehen.

Obwohl er jetzt fast 80 Jahre alt ist, besucht er regelmäßig die von der Đông-Du-Schule geförderten Studenten im Ausland, mobilisiert japanische Freunde um ausländische Studenten zu sponsern und mit Stipendien arme Schüler und Schülerinnen in Vietnam zu unterstützen. Er arbeitet unerbittlich an dem Ehrgeiz, Studenten aus Vietnam ins Ausland zu schicken, um ihr Wissen zum Wohle des Landes einzusetzen, nach dem Vorbild von Japan.

Der Đông-Du-Schuldirektor Nguyễn Đức Hòe

Mit der Invasion der Assyrer im Jahre 720 v. Chr. begann die Geschichte des jüdischen Exils. Mit einer beharrenden Entschlossenheit, eine „Heimstätte für das jüdische Volk“ zu  errichten, verkündete David Ben-Gurion am 14. Mai 1948 die Gründung des Staates Israel.
Ich weiß nicht, wie lange die Geschichte des vietnamesischen Exils dauern wird, aber wenn der „Đông-Du-Traum“ weiterhin kultiviert wird, hoffe ich eines Tages, dass auf den Reisfeldern meines Heimatlandes die Ähren prallen.

Ein Kommentar zu „Der Đông-Du-Traum

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