Mit FlixBus nach Vietnam

Es, stimmt, wenn man es wortwörtlich nimmt!
Denn wir sind wiedermals mit FlixBus gefahren, diesmal von Aachen zum Bochum Hauptbahnhof, dann mit der U35 weiter zum Landesmuseum Herne, welches direkt über der U-Bahnstation Arch-Museum/Kreuzkriche liegt. Dort befindet sich bis Februar 2017 die Sonderausstellung Schätze der Archäologie Vietnams.
Die Reise zum Land der aufsteigenden Dachen (Thăng Long) dauerte etwa 3:20′ für die Busfahrt und circa 12 Minuten für die Fahrt mit der U-Bahn. Im Vergleich mit einer 11-Stunden-Flug im Flieger in der Holzklasse nach Vietnam ab Deutschland war es wirklich sehr angenehm. Mit Stopover in Mönchengladbach, Krefeld. WLAN inklusiv. Nur keine Stewardessen, die Getränke und Essen servieren.
Ich muss zugeben, nicht der Eintritt von 5€ für den Museumbesuch war ausschlagebend, sondern weil der Spaß mit dem FlixBus uns nur 7€ kostete, denn wir waren von Postbus noch nicht so ganz abgenabelt und bekamen weitere Gutscheine über Spammails, die nur bis Mitte Dezember gültig sind.
Umso waren wir mehr begeistert von der Professionalität der Ausstellung. Es war eher ein Kunstwerk, geschmückt mit den archäologischen Funde. Die Nachbildung des Mỹ Sơn Tempels ragte empor heraus, genau so beeindruckend wie die geheimnisvolle Aura der gigantischen ägyptischen Pyramiden. Die roten Laternen erinnerten mich an die idyllische Hafenstadt Hội An. Der Bronzetrommel Đông Sơn in Schwarz-Weiß sah aus wie kunstvolle Malvorlagen für Erwachsene mit geometrischen Mustern.

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8m-hohe Nachbildung des Mỹ Sơn Tempels
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Das Reich Đại Việt (10. bis 19. Jh. n. Chr.)
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Oberseite des Đông Sơn Trommels

Na ja, eigentlich sollte ich über die Exponaten berichten, und nicht das Drum-Herum. Aber es ist wirklich viel schöner, wenn man life anschaut: die Geschichte Vietnams von der Steinzeit bis zur Gegenwart, gemeisselt in Stein, Ton, Bronze, Eisen, Jade. Kompaktkurs über das Land der Drachensöhne.
Vielleicht sollte ich doch über ein Exponat schreiben, das mich am meistens beeindruckt hat: Inschriftenstein in Form einer Schildskröte, geehrt dem General Lý Thường Kiệt (1019-1105). Die Inschrift berichtete, dass dieser erfolgreiche Schlachten gegen die Cham und zur Abwehr einfallender Armee der chinesischen Song-Dynastie (Nhà Tống) geschlagen hatte. Dafür erhielt er den Ehrentitel „Höchster Lehrer, der dem Land hilft“ (Phụ quốc thái phó), „Der das Land auf einer Säule stellt“ (Thượng trụ quốc), und „Gerechter Kleiner Bruder des Himmelssohnes“ (Thiên tử nghĩa đệ), einen der höchsten möglichen Ehrentitel. 1072, so die Inschrift weiter, ernannte man ihn zum höchstens Militäroffizier (Tể tướng), ein Amt, das mit dem Premierminister vergleichbar ist.
Die Schildkröte, die die Tafel trägt, ist Bí Sĩ, einer der mythologischen „Neun Drachensöhne“. Schildkrötenstelen stellte man für Mitglieder des Hochadels und Beamte der höchsten Ränge auf.

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Nach dem Kulturgang war der Besuch im Museumscafé ein „Muss“, um Energie für den Bochumer Weihnachtsmarkt zu tanken. Ferner war 5,30€ für Bratwurst mit viel Pommes in gemütlicher Atmosphere nicht zu toppen.

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